Firma A.H. Wessely e.K.
Kohlwey

Umzug nach dem Falkenried

Als der Durchbruch der Kaiser-Wilhelm-Straße durch das Gängeviertel der Neustadt beschlossen wurde, musste sich Hermann Wessely nach einem neuen Gelände für seine Keramikfabrik umsehen; denn die neue Straße querte den Bäckerbreitengang genau an der Stelle, an der sein Betrieb lag. Der Hamburger Staat kaufte das für den Straßenbau erforderliche Gelände auf, und von 1890 bis 1893 wurde die Kaiser-Wilhelm-Straße gebaut. Wessely wandte sich nach Eppendorf. In der „Looge", der ehemaligen Gemeindeweide des Dorfes, erwarb er eine ganze Reihe von Grundstücken am nördlichen Ufer des Isebeks, so dass ihm schließlich das ganze Uferstück zwischen dem Eppendorfer Baum und der Alster außer dem Grundstück des Dr. Schröder gehörte. Er beantragte den Ausbau der Oderfelderstraße über eine bereits geplante Brücke über den 1883/1884 vom Klosterland-Konsortium kanalisierten Isebek bis an die Eppendorfer Landstraße. Der Staat war bereit, die Brücke und diejenigen Straßenteile zu bauen, für die damals schon ein Bedürfnis bestand. Er machte aber zur Bedingung, dass Wessely von seinen Grundstücken das Land für eine 40 Meter breite Zufahrtsstraße nach der Eppendorfer Landstraße und soviel Gelände am Isebekkanal abtrat, wie zur Verbreiterung und Regulierung des Kanals und für die Anlage einer Uferstraße mit breitem Landungskai nötig war. Nachdem der Staat klagende Eppendorfer Grundeigentümer finanziell abgefunden hatte, wurde der Plan verwirklicht. 1889 erbaute Wessely die Straße Isekai und daran seine Villa Isekai 8. Durch Grundstückstausch gelangte er in den Besitz der Grundstücke Falkenried 1-5 und Lehmweg 18 und ließ 1896 durch den Architekten Carl Elvers am Falkenried 3-5 eine moderne Fabrik und 1898 die Wohnhäuser Lehmweg 18 und Falkenried 1 errichten. Das Treppenhaus des letzteren schmückte er mit Blaumalereikacheln mit Hamburgmotiven, die Hermann Haase gemalt hatte.