Firma A.H. Wessely e.K.
Kohlwey

Jacob Wessely (1799-1872)

In Germeritz wurde am 25. Juli 1799 sein Sohn Jacob geboren. Er trat nach Beendigung seiner Schulzeit als Lehrling in eine Werkstätte ein, die Ton- oder Kalkpfeifen herstellte. Als Geselle ging er nach Wien und erhielt hier in einer Ofen- und Tonwarenfabrik seine eigentliche Ausbildung zum Keramiker. Seine künstlerische Begabung fiel seinem Meister auf, so dass dieser ihn auf die Wiener Kunstschule schickte. Auf einer Kunstgewerbeausstellung begeisterten den preußischen Kronprinzen, den späteren König Friedrich Wilhelm IV, die von Jacob Wessely geformten Tierplastiken so sehr, dass er ihn aufforderte, seine Kunst in Preußen auszuüben.

Mit 24 Jahren ging Wessely auf die Wanderschaft. Sein Weg führte über Prag, München, durch die Schweiz und Deutschland über Breslau schließlich nach Königsberg. Dort traf er am 16. März 1830 ein. Er arbeitete in dem gut beleumdeten Geschäft des Töpfermeisters und Ofenfabrikanten Dyffke. Der schon betagte Meister überließ ihm großherzig einen Teil seiner Kundschaft, so dass er sich selbständig machen konnte. Er stellte die ersten weißglasierten Kachelöfen her und gewann damit bald eine zahlreiche Kundschaft und ein bedeutendes Vermögen. Er wurde Stadtverordneter, saß im Kollegium der Kunstschule und genoss großes gesellschaftliches Ansehen. Er lieferte Tonplatten, Öfen und Bauornamente für die Arbeiten an der Marienburg sowie Ofen für die königlichen Schlösser in Königsberg und Berlin. Sein Wahlspruch lautete: „Nur vorwärts streben ist wahrhaft leben." Jacob Wessely war ein leidenschaftlicher Jäger und pachtete große Jagden. Seine Tierbeobachtung verhalf ihm zu vorzüglichen Modellen von Elchen, Rehen und Hirschen. Ein Elchmodell schenkte er dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV und erhielt von diesem ein lobendes Anerkennungsschreiben. Am 2. November 1844 wählte ihn die Königliche Akademie der Künste zu „ihrem akademischen Künstler

Auf dem Höhepunkt seines Wohlstandes erwarb Jacob Wessely Gelände in Klein Nuhr bei Wehlau an der Alle mit eigener Jagdberechtigung und taufte seinen Besitz „Schön Nuhr". Er ließ ein größeres Wohnhaus sowie Gärtner-, Kutscher und Stallgebäude errichten, baute eine Ofenfabrik nebst Ziegelei mit Dampfbetrieb und eine Holzschneiderei. Diese Arbeiten kosteten bereits einen großen Teil seines Vermögens. Den Rest verlor er während der Geldkrise der Jahre 1859-1860. Mit geringen Renten zog er zu einem Freunde, dem Oberamtmann Nernst, auf dessen Vorwerk Petersdorf bei Wehlau und starb dort 1872.